Während sich viele nach den langen Wintermonaten auf die ersten warmen Frühlingstage freuen, sehen andere dieser Jahreszeit mit unwohlem Gefühl entgegen. Denn mit den wärmenden Sonnenstrahlen beginnt der Pollenflug, und damit auch die Heuschnupfensaison. Die Similapunktur ist hier eine besondere Behandlungsoption, bei der sich die Wirkung homöopathischer Arzneien und Effekte aus der Akupunktur ergänzen.

Heuschnupfen ist nicht gleich Heuschnupfen. Und während bei manchen insbesondere die Augen tränen, brennen und jucken, leiden andere verstärkt an einem Kribbeln, Jucken und Beißen in der Nase, mit andauerndem Niesreiz. Oder der Gaumen juckt und brennt, sodass sich die Betroffenen ständig räuspern oder husten müssen. Natürlich können die Beschwerden auch gemeinsam auftreten, wobei die Symptome primär nicht von der Art der Pollen, sondern vielmehr von der Veranlagung der Patienten abhängig sind. Auch die Begleitsymptome können sehr unterschiedlich sein, von Kopfschmerzen über Verdauungsstörungen bis hin zu Abgeschlagenheit und  Konzentrationsschwierigkeiten.

So individuell wie die Beschwerden ist auch die Therapie. Anders als in der herkömmlichen Medizin, bei der vorwiegend antiallergische Mittel verabreicht werden, richtet sich der Blick in der Similapunktur auf das gesamte Krankheitsbild. Der Patient erhält ein Heilmittel, das seiner Symptomatik entspricht. Dieses Mittel (in der Homöopathie auch als Similimum bzw. Simile bezeichnet) wird anschließend an wirkkräftigen Punkten an der Körperoberfläche gezielt appliziert. Hierfür haben sich verschiedene Akupunkturpunkte seit Jahrtausenden als wirksam erwiesen.

Hier eine kleine Übersicht über verschiedene homöopathische Arzneimittel (aus Margaret L. Tyler – Pointers to the common Remedies, übersetzt von Andreas Maier).

ALLIUM CEPA

Beginnnt mit Niesen, mit zunehmender Häufigkeit.

Wässrige Absonderung tropft aus der Nase; macht die Lippe und Nasenflügel wund. (Ars., Arum-t.)

Rohheit in der Nase; reichlicher Tränenfluss.

Flüssigkeit aus der Nase wundmachend; aus den Augen mild. (umgek. Euphrasia).

Beginnt vorwiegend links und geht nach rechts.

Jedes Jahr im August (Naja), morgens Schnupfen mit heftigem Niesen: sehr empfindlich gegen den Duft von Blumen und die Haut von Pfirsichen.

Schnupfen im Frühjahr: Heuschnupfen im August jedes Jahr, beim Aufstehen aus dem Bett, und beim Anfassen von Pfirsichen.

ARSENICUM

Das Sekret brennt einen roten Streifen über die Oberlippe und an die Nasenflügel, mit Niesen und reichlicher, wässriger Absonderung aus der Nase.

Der typische Arsenicum-Patient ist ängstlich, unruhig, oft asthmatisch, die schlimmste Uhrzeit ist kurz nach Mitternacht.

Niesen ist ein hervorstechendes Symptom, aber das Niesen ist kein Spaß.

Es beginnt mit einem Kitzel an einer Stelle in der Nase; nach dem Niesen ist das Kitzeln so schlimm wie zuvor.

Heuasthma.

ARSENICUM IODATUM

Heuschnupfen mit stinkender, fressender Absonderung. Absonderungen wundmachend, dick und gelb, wie Honig. (Graph.)

ARUM TRIPH.

Ein prickelndes Gefühl, von dem er nicht ablassen kann.

Kneift, zupft und bohrt in den Nasenlöchern, egal wie wund sie sind.

Ein fürchterlicher Katarrh. Nase verstopft, agg. linke Seite. Niesen agg. nachts.

Scharfer Fließschnupfen, mit Tränenfluss, der meist mild ist (vgl. All-c.).

Flüssigkeit aus der Nase, führt zu Rohheit, beißendem, brennendem Gefühl: hinterlässt rote Streifen, wenn sie über die Haut fließt. (Ars.) – KENT.

ARUNDO MAURITANICA

KENT führt dieses Mittel in seinem Repertorium in Fettdruck an für Heuschnupfen.

Heuschnupfen beginnt mit Brennen und Jucken an Gaumen und Bindehaut.

Schnupfen mit Schniefen. Zuerst läuft Wasser aus der Nase, später grüner Schleim.

Beim Niesen, Stücke aus verhärtetem, grünlichem Schleim.

Jucken, Brennen, Trockenheit der Schneiderschen Membran.

Eigenartiges Symptom: beim Niesen, Stiche in den Lenden.

BROMIUM

Fließschnupfen mit häufigem, heftigem Niesen.

Fressende Wundheit unter und an den Rändern der Nase. Das rechte Nasenloch ist stärker betroffen.

Abneigung gegen Tabakrauchen; gegen Trinken von kaltem Wasser.

CARBO VEG.

Häufiges Niesen, mit andauerndem heftigem Kribbeln und Kitzeln in der Nase; Tränenfluss und beißender Schmerz in und über der Nase.

Vergeblicher Drang zu niesen, mit Kribbeln im linken Nasenloch.

Wässrige Absonderung, und Niesen am Tage und in der Nacht. Leidet an Hitze: friert bei Kälte: schwitzt im warmen Zimmer.

Kein Ort ist angenehm.

DULCAMARA

Nasenlöcher verstopft, kann nicht durch die Nase atmen. (Lach.)

Andauerndes Niesen, reichliche, wässrige Absonderung aus Nase und Augen.

Agg. im Freien; amel. im geschlossenen Zimmer; agg. in der Nähe von frisch gemähtem Gras; amel. am Meer. (Nat-m.)

Augen geschwollen und voll und am stärksten betroffen, dann die Nase, dann wieder die Augen.

Dulc. erträgt keine Kälte und Nässe; agg. durch Frost bei Erhitzung.

EUPHRASIA

Reichlicher, scharfer Tränenfluss, mit viel mildem Schnupfen (umgek. Allium Cepa).

Eine kurz wirkende Arznei; sehr hilfreich bei katarrhalischen Beschwerden ohne Fieber.

Niesen; milder Fließschnupfen mit scharfen Tränen.

Augen agg. im Freien, und durch Wind.

GELSEMIUM

Niesen; heißes Gesicht; Gefühl wie von einer schweren Last und von Müdigkeit am ganzen Körper und in den Gliedern. Heftige Niesanfälle morgens; Kribbeln in der Nase.

Wässrige, wundmachende Absonderung.

Eigenartiges Symptom: ein Gefühl vom Hals hinauf bis in die linke Tonsille, wie ein Strom von brühend heißem Wasser.

KALIUM IOD.

Heftiges Niesen, scharfe, wässrige Absonderung.

Agg. kühle Luft, agg. frische Luft: aber der Patient fühlt sich amel. im Freien, d. h. er findet kein Quartier zur Linderung.

Stirnhöhlen beim Schnupfen mitbetroffen; viel Schmerzen in Stirn, Augen, Jochbeinen.

KALIUM PHOS.

Heufieber, soll prophylaktisch wirken. Jucken in den Choanen. Niesen; um 2 Uhr.

Die Augen brennen, beißen, sind voller Tränen.

Zunge wie mit altem, bräunlichem, flüssigem Senf belegt.

LACHESIS

Niesanfälle agg. nach Schlaf, sogar tagsüber.

Kopfschmerz bis in die Nase, mit häufigen und heftigen Niesanfällen.

Schleimhaut der Nase verdickt; trockenes verstopftes Gefühl durch den Kopf; Gesicht rot, aufgedunsen; die Augen scheinen fast herausgedrückt zu sein.

Rote, wunde Nasenlöcher und Lippen. Lach. ist bläulich-rot; schläft in die Verschlimmerung; Hals empfindlich gegen Berührung oder Druck.

NAJA

Viel Niesen; Wasser läuft aus der Nase; kann nicht liegen nachts; Trockenheit der Atemwege der Nase.

Heufieber.

Erstickungsanfälle im August. (All-c.).

Erwacht wie Lach. mit Erstickungsgefühl Schnappen nach Luft, Würgen. Rohheit von Luftröhre und Kehlkopf, wie wund.

NATRIUM MUR.

Windendes Gefühl wie von einem kleinen Wurm.

Wässriges Sekret aus Augen und Nase.

Heftiger Schnupfen, musste ein Handtuch unter die Nase legen.

Erwachte mit Kopfschmerz; nach dem Aufstehen Nasensekretion mit heftigem und häufigem Niesen.

Verlust von Geschmack und Geruch: Husten durch Kitzel in der Halsgrube.

Scharfer Tränenfluss; Augenwinkel rot und wund.

Charakteristika: Agg. in der Sonne; Verlangen nach Salz bei Heuschnupfen, amel. am Meer. Es wird ein Fall berichtet, der durch Schwimmen im Meer geheilt wurde.

NUX VOMICA

Quälende, langanhaltende Niesanfälle. Übermäßige Reizung in Nase, Augen. Gesicht: Hitze, als wäre eine heiße Eisenplatte nah daran.

Jucken erstreckt sich in Kehlkopf und Luftröhre. Nux-v. ist sehr reizbar; sehr empfindlich gegen Kälte.

PSORINUM

Eine Art von anhaltendem Heuschnupfen, läuft das ganze Jahr und reift aus im Herbst.

Katarrhalischer Zustand von Augen und Nase.

Die Nase ist zeitweise trocken und läuft zeitweise: muss immer ein Taschentuch benutzen.

„Es ist schwer, ein passendes Mittel für den Heutschnupfen anzupassen; man muss die Konstitution aufbauen, bevor der Heuschnupfen nachlassen wird.” – KENT.

Muss sich einhüllen im heißesten Sommer.

Möchte den Kopf bedeckt haben.

Haut fettig, ölig, sieht ungewaschen aus.

RANUNCULUS BULBOSUS

Die Augen beißen; die Lippen brennen und sind wund.

Nase verstopft, besonders abends, mit Druck an der Nasenwurzeln und Prickeln und Kribbeln innen.

Kann die Choanen angreifen: räuspert sich und schluckt beim Versuch, den betroffenen Teil zu kratzen (vgl. Wye.).

Heiserkeit: stechende Schmerzen in der Brust: Muskeln schmerzhaft.

SABADILLA

Krampfartiges Niesen: Fließschnupfen.

Nasenlöcher verstopft: Einatmen durch die Nase erschwert: Schnarchen.

Jucken in der Nase; Bluten aus der Nase. (Zinc.)

Heftiges Niesen; mit reichlichem, wässrigem Sekret.

Heftige Stirnkopfschmerzen und Röte Augenlider.

Sehr empfindlich gegen Knoblauchgeruch.

SANGUINARIA

Heuschnupfen zur Rosenblüte im Juni.

Empfindlich gegen Blumen und Gerüche.

Heuschnupfen mit Brennen in Nase, Hals – trocken: als würden die Schleimhäute einreißen.

Trockenes Brennen im Kehlkopf mit Heiserkeit und Asthma.

Handflächen trocken, brennend, runzlig.

Brennen der Handflächen und Fußsohlen: streckt sie aus dem Bett (Sulph., Puls., Cham., Med.).

SILICEA

Beginnt mit Jucken und Kribbeln in der Nase. Heftiges Niesen und wundmachende Absonderung. Jucken in den Choanen, oder an der Mündung der Eustachischen Röhre (Ars., Sil., Wye.).

SINAPIS NIGRA

Nasenschleimhaut trocken und heiß: agg. nachmittags und abends: ein Nasenloch betroffen, oder abwechselnde Nasenlöcher.

Nase geschwollen, verstopft: Absonderung von dünnem, scharfem Schleim (Ail.).

Augen gerötet, juckend, beißend.

STICTA PULMONARIA

Andauernder Drang, sich zu schnäuzen, aber keine Sekretion aufgrund von Trockenheit.

Nase verstopft; das Sekret trocknet so schnell ein, dass es nicht abgesondert werden kann.

Nahezu anhaltendes Niesen; Kribbeln in der rechten Seite der Nase.

Völle in der rechten Stirn zur Nasenwurzel.

Übermäßige Trockenheit des weichen Gaumens.

Kitzel hoch oben im Rachen.

WYETHIA

Eigentümliches Jucken am Gaumendach (Arund.), zur Linderung muss der Patient die Zunge über den weichen Gaumen vor- und zurückziehen; dabei Schnupfen, Niesen, usw.

ZINCUM

Häufiges Niesen beginnt mit schneidendem Kribbeln in der Nase, ohne Schnupfen; oder Fließschnupfen; empfindliche Nasenlöcher; Kribbeln in der Nase; häufiges Niesen. Jucken im linken Nasenloch; im rechten; danach häufiges Niesen.

Viel Brennen in den Augen. Jucken.

Lichtscheu.

Überarbeitet; übererregbar; äußerst überempfindlich. (Nux.)

Charakteristikum: Brennen auf der ganzen Länge der Wirbelsäule; zappelige Füße; Linderung mit der Menstruation.

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